Sie lernen, depressive Gedanken- und Gefühlsmuster achtsam zu beobachten, ohne sich mit ihnen zu identifizieren. Durch Achtsamkeit, Akzeptanz und Selbstmitgefühl sollen Grübelneigung, Hoffnungslosigkeit und Rückzug reduziert und Lebensfreude sowie Handlungsfähigkeit zurückgewonnen werden.
Für Erwachsene mit leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen oder Dysthymie, die bereit sind, sich auf Achtsamkeit als Weg aus der Grübelspirale einzulassen.
Voraussetzung: Ausreichende psychische Stabilität (keine akute Suizidalität oder schwere psychotische Symptome).
Psychoedukation:
Einführung in Achtsamkeit:
Atemfokussierung:
Einfache Atemmeditationen (z. B. Zählen der Atemphasen, Beobachtung des natürlichen Atems).
Ziel: Verankerung im Hier und Jetzt.
Körperwahrnehmung:
Grübel Kreisläufe durchbrechen:
Übung: Gedanken als „vorüberziehende Wolken“ oder „Blätter auf einem Fluss“ betrachten.
Metapher: „Der Geist als Himmel“ (Gedanken und Gefühle sind Wetterphänomene – sie kommen und gehen).
Kognitive Defusion (aus ACT):
Sprachliche Distanzierung (z. B. „Ich habe den Gedanken, dass ich wertlos bin“ statt „Ich bin wertlos“).
Gefühle beobachten ohne Bewertung:
Übung: „Gefühls-Wetterbericht“ (Beschreiben, was gerade da ist, ohne es zu ändern).
Akzeptanz: „Es ist okay, dass ich mich gerade traurig/leer/wütend fühle.“
Selbstmitgefühl (nach Kristin Neff):
Drei Komponenten: Achtsamkeit, gemeinsame Menschlichkeit, Freundlichkeit zu sich selbst.
Übung: „Brief an mich selbst“ (Was würde ich einem Freund in meiner Situation schreiben?).
Metta-Meditation (Liebende Güte):
Entwicklung von Mitgefühl für sich selbst und andere.
Achtsames Essen:
Langsames, bewussten Essen einer Rosine oder eines Stücks Schokolade (Fokus auf Geschmack, Textur, Geruch).
Achtsames Zuhören und Sprechen:
Übung: Dialog in der Gruppe mit voller Aufmerksamkeit für den anderen und die eigenen Reaktionen.
Alltagsroutinen achtsam gestalten:
Duschen, Zähneputzen oder Spazierengehen als Meditation nutzen.
Notfallplan für depressive Phasen:
Skills: Atemübungen, Grounding-Techniken (z. B. 5-4-3-2-1-Methode), Bewegung.
Notfall-Koffer: Individuelle Liste mit Ressourcen (z. B. Musik, Fotos, Kontaktpersonen).
Achtsamkeit bei Suizidgedanken und Ruhewünschen:
Sicherheitsplan: Klare Absprachen für Krisensituationen (z. B. Notrufnummern, vertraute Personen).
Übung: „Urteilsfreie Beobachtung“ von Gedanken ohne Handlungsimpuls.
Werte klären:
Frage: „Was ist mir im Leben wirklich wichtig?“ (z. B. Familie, Kreativität, Gesundheit).
Übung: „Beerdigungsrede“ (Was soll über mein Leben gesagt werden?).
Engagiertes Handeln:
Kleine, wertorientierte Schritte planen (z. B. „Ich rufe heute eine Freundin an“).
Hausaufgabe: Eine wertvolle Aktivität pro Woche umsetzen und reflektieren.
Reflexion der Gruppe:
Was habe ich gelernt? Welche Übungen waren hilfreich?
Ritual: Jede:r teilt eine Achtsamkeits-Erfahrung, die sie/ihn besonders berührt hat.
Individuelle Pläne:
Commitment: Persönliche Achtsamkeits-Routine für die Zeit nach der Gruppe (z. B. tägliche 5-Minuten-Meditation).
Ressourcen für die Zukunft:
Austausch und Empfehlungen für Bücher, Apps oder lokale Achtsamkeitsgruppen.
Dieses Angebot erfolgt im Rahmen der gruppentherapeutischen Gruppentherapie und wird von den Gesetzlichen Krankenkassen vollumfänglich übernommen. Voraussetzung ist das Wahrnehmen einer psychotherapeutischen Sprechstunde, in der Indikation und Erwartungen besprochen werden.
Die Kostenübernahme durch private Krankenversicherungen ist abhängig von Ihrem vereinbarten Versicherungsschutz. Eine Teilnahme als Selbstzahler:in ist möglich.
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